Umzingelt in Roskilde
Umzingelt in Roskilde

Umzingelt in Roskilde

Wir hatten einige Tage vorher einen Deluxe Premium 5-Sterne XXL-Stellplatz mit Blick auf den Fjord auf einem Campingplatz reserviert. Die Vorfreude war groß. Dass wir uns dann allerdings umzingelt von dicht an dicht stehenden Fahrzeugen wiederfanden und vor uns eine große Hecke wuchs, die uns die Sicht auf den Fjord versperrte, dämpfte unsere Laune geringfügig. Wir waren eben schon verwöhnt von den großzügigen niederländischen Bauernhof-Stellplätzen.

Egal, die meiste Zeit waren wir sowieso unterwegs und so erforschten wir das nahe gelegene Roskilde.

 Hier wurden im Fjord Überreste von 5 echten Wikingerschiffen entdeckt und in den 1960er Jahren geborgen. Im Wikingermuseum in Roskilde kann man diese bestaunen. Gigantisch, wie mit einfachsten Werkzeugen und Materialien so tolle und langlebige Boote entstanden sind. Den Bogenbohrer fand ich dabei am coolsten. Er erinnerte mich ein bisschen an’s Feuer machen. Wer Strom und die Gebühr fürs Fitnessstudio sparen möchte, für den ist das der ultimative Pfennigfuchser-Spartipp. Der Bogenbohrer: Trainingsgerät + Werkzeug in einem sozusagen. 

Einen Schmied gab es auch

Den Mitarbeitern vor Ort kann man direkt über die Schulter schauen, wie sie die Boote originalgetreu nachbauen.

Wer möchte, kann mit einem Boot durch den Hafen fahren. Da es bei unserem Besuch aber durchweg regnete und wir von einem Unterstand zum nächsten huschten, verzichteten wir darauf. Uns reichte es einmal Jack Sparrow bzw. Gallionsfigur zu spielen. Danach waren meine Hände voll mit Schiffsteer, der den ganzen Tag noch für einen altertümlichen Geruch sorgte. Na ja, was man nicht alles für ein Foto macht. 

Am nächsten Tag war es endlich wieder sonnig.

Bei sommerlichen 23°C beschlossen wir drei einstimmig, das jeder seinen Tag selbst gestaltet. Bei einem Zusammenleben auf 6 m2 ist das auch mal nötig. 

Daniel entschied sich (was auch sonst?) für sein Rad. Während Daniel 72 km um den Fjord radelte, paddelte ich mit meinem SUP Board ca. 1,61987 Seemeilen (3 km) ziellos auf dem Fjord herum und erforschte den nahe gelegenen Segelhafen. Romy schlug sich in derselben Zeit durch sämtliche Vorzelte der Dänen und erbettelte sich vermutlich einige Gourmethäppchen. Denn erstaunlicherweise verschmähte die Königin am nächsten Tag ihr Lieblingsfutter. Da wussten wir, dass es Zeit wurde weiterzuziehen. 

Auf Entdeckungstour mit dem SUP
Romy auf Futtersuche

Nach dem Sprung in den Fjord (die Challenge gibt’s ja auch noch) suchten wir die Duschen auf. Und ja, was soll man sagen.

Da wartete eine weitere Challenge auf uns:
Duschen in 2x 50s. 

Auf manchen Stellplätzen wird das Duschen zur logistischen Herausforderung. In Malaga hatten wir bereits Erfahrung gesammelt in 2 1/2 Minuten zu duschen. Also waren wir schon etwas geübt. 

Dieser Campingplatz maximierte das Duschereignis und gab uns eine Duschkarte mit einem aufgeladenen Kontingent. 

Die Abrechnung erfolgte laut Rezeption pro Minute. Jeder, der schon mal in Dänemark war, weiß wie teuer es dort ist. Also war bei uns Schwaben Sparen angesagt. 

Wir wollten auf jeden Fall ohne große Nachzahlung davon kommen. Nach unseren Hochrechnungen reichte das Kontingent für 1x Wäsche waschen und pro Tag für jeden von uns 2 Minuten Duschen. Das klingt doch machbar.

Was wir allerdings nicht wussten: Auf diesem Campingplatz gab es eine andere Zeitrechnung. Hier bestand die Minute nur aus 50s und der Duschkarte war es relativ egal, ob man sich in der Zeit einseifte oder das Wasser lief. 

Ihr seht also, dass selbst so alltägliche Dinge wie Duschen im Campingurlaub zum sportlichen Ereignis werden können.

Ach und übrigens, wer es noch nicht gesehen hat. Es gibt nun auch die Möglichkeit sich automatisch per E-Mail über neue Beiträge informieren zu lassen.

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