Zeitweise zu zweit
Zeitweise zu zweit

Zeitweise zu zweit

In Narvik planten wir unseren nächsten Übernachtungsstopp. Dort parkten wir in erhöhter Lage in der Nähe einer Bergbahn. Eine atemberaubende Aussicht in die Weite des Fjords war die Belohnung für das Erklimmen der steilen Straßen. Auch wenn wir grundsätzlich mit unserem erwählten Schlafplatz glücklich waren, so stellte sich doch ein ungutes Gefühl ein. Schon bald sollten wir auch erfahren, dass die anscheinend defekte und stillstehende Bergbahn der Auslöser dafür war.

Die Nacht war sehr angenehm ruhig

und somit hatten wir sehr gut geschlafen. Also perfekt um weiter Kilometer in Richtung Süden zu machen. Damit Romy die anstehende Fahrt ebenso entspannt angehen konnte wie wir, durfte sie morgens nochmal raus um sich auszutoben. Dafür waren die am Parkplatz angrenzenden Felsen und Büsche ideal.

Nach einer knappen Stunde hieß es dann: Abfahrt!

Das war Romy allerdings entgangen und so machten wir uns auf sie zu holen. Das ist sehr selten, aber ab und zu notwendig. Schließlich hat die kleine Romy keine Armbanduhr und vergisst auch mal die Zeit. Dank des GPS Senders an Romys Halsband, war unsere liebe Katze schnell gefunden. Romy reagierte brav wie immer auf unsere Rufe.

Als sie uns gerade in die Arme springen wollte,

setzte sich ganz plötzlich mit einem ohrenbetäubenden Krach die Bergbahn in Bewegung. Ja genau, die angeblich defekte Bergbahn. Bei Romy setzte unmittelbar der Fluchtinstinkt ein und sie rannte mit Höchstgeschwindigkeit zurück auf den Felsen in die dortigen Büsche. Hätten wir genauso gut klettern können wie Romy, dann wären wir mit ihr ins sichere Versteck geflüchtet. Aber klettern ist dann doch nicht so unser Ding, was sich bei meinem späteren misslungenen Versuch, Romy aus dem Busch zu holen, leider deutlich zeigte. Hier sei am Rande bemerkt: Das lag wirklich nur an der fehlenden Kletterausrüstung. 

So blieb uns nur das Warten.

Dafür entschieden wir uns unseren Van so hinzustellen, dass sich für Romy ein möglichst kurzer Weg zwischen ihrem aktuellen Versteck auf dem Fels und unserem Van ergab. Schließlich war der Van unser derzeitiges gemeinsames Zuhause und damit ein deutlich besseres Versteck vor dem Krach der Bergbahn. Auf den Stromanschluss wollten wir in der Zwischenzeit aber nicht verzichten. Das Ergebnis war ein abgerissenes Stromkabel.

Jetzt denkt Ihr sicher: Ohje, die sind losgefahren ohne das Landstromkabel auszustecken.

Naja fast richtig, aber es war doch um einiges komplexer. Dafür müssen wir zeitlich zurück an die Anfänge unserer Ausbauphase springen. Zu der Zeit fing die Camping-Branche gerade an so richtig zu boomen. Entsprechend schwierig war es auch für Selbstausbauer geeignete Fahrzeuge zu finden. Wir hatten uns damals inspiriert von YouTube-Videos für einen Ford Transit entschieden. Bis heute alles in allem eine sehr gute Wahl. Im Zusammenhang mit der Umparkaktion in Narvik zeigen sich exemplarisch die Schatten dieser Entscheidung.

Dafür müsst ihr wissen, dass der Ford Transit im Vergleich zum eckigen Fiat Ducato oder auch anderen Kastenwagen sehr viele Rundungen hat. Optisch eine tolle Sache und mit ein Grund, warum wir unseren Van liebevoll „Rosi“ nennen. Unser Van sieht für uns wie eine Elefantendame aus. Das Fahrzeug haben wir in Bayern erworben und so war schnell ein Name für unsere schöne bayrische Elefantendame gefunden.

Zurück zum abgerissenen Stromkabel: Die vielen Rundungen haben es uns leider erschwert den Anschluss für das Landstromkabel an einer passenden und für Wohnmobile üblichen Stelle anzubringen. Kleine rechteckige Ausschnitte sind in gebogenem Blech sehr schwer abzudichten. Also entschieden wir uns, unseren Landstromanschluss im Fahrzeugboden anzubringen. Das war sehr einfach zu installieren und hat perfekt zur angedachten Anordnung unserer Technik im Fahrzeug gepasst.

Den Nachteil haben wir erst bemerkt als wir das Fahrzeug das erste Mal an den Strom anschlossen. Obwohl unsere Außensteckdose sehr nah am Rand des Fahrzeugs eingebaut ist, so muss man sich doch unter das Fahrzeug legen um das Kabel einzustecken. Das ist nervig und wann immer es geht, versuchen wir es auch zu vermeiden. Dank anderer sehr guter Entscheidungen von uns, da sei an dieser Stelle unsere PV-Anlage erwähnt, kommt es tatsächlich auch nur selten vor, dass wir Landstrom benötigen.

Was uns wieder zurück nach Narvik

und unserer „Wir-wechseln-kurz-den-Parkplatz-Aktion“ bringt. Wir benötigten Strom, weil die Sonne in den letzten Tagen kaum schien und es war immer noch nervig, das ca. 1,5 Meter lange Kabel unter dem Fahrzeug ein- bzw. auszustecken. Also wieso es nicht einfach kurz stecken lassen, wenn man sowieso nur maximal 20 Meter fährt, fragte ich mich.

Also habe ich die Kabeltrommel abgesteckt, ins Fahrzeug gepackt und das besagte Kabel unterm Auto einfach dort gelassen, wo es war. Was soll da schon schief gehen? Na ja, irgendwie hat es das Endstück des Kabels unter den Reifen geschafft und schwupps war der Stecker schon nach ca. 5 Metern Fahrt abgerissen.

Na super, jetzt saßen wir ohne unser Vorhaben Strom aufzuladen in Narvik fest. Unsere liebe Romy war immer noch verschwunden und die dröhnende Bergbahn ging uns mittlerweile auch richtig auf die Nerven.

Wie gut,

dass Romy dann doch Mitleid mit uns hatte und nach einer knappen Stunde sehr mutig mit nach wie vor angsterfülltem Blick den Felsen herunter kletterte. Auch unser Stromproblem lösten wir erfolgreich. Schnell war der passende Baumarkt gefunden. Dort kauften wir einen Ersatzstecker und ich konnte das Kabel reparieren.

Die Fahrt setzten wir dann mit deutlicher Verzögerung, aber glücklich, dass wir wieder zu dritt waren, fort.

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4 Kommentare

  1. Jens

    Vielleicht ist es auf dem Bild auch nicht richtig zu sehen, aber da es evtl. sicherheitsrelevant ist eine kurze Anmerkung.
    Im Falle dass die Zugentlastung am Stecker versagt, muss der Schutzleiter so lang sein, dass er als letzter Leiter beansprucht wird.
    Getreu dem Motto: safety first👷‍♂️

    So und nun stürze ich mich gleich auf den nächsten Beitrag, den habe ich nämlich noch nicht gelesen. Ich bin gespannt 🤩

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