Hinter uns liegen ein paar abenteuerliche Momente, aber der Reihe nach. Nachdem Romy am letzten Abend beim Spargelbauern Meinungsverschiedenheiten über aufkommende Besitzansprüche mit der einheimischen Katze hatte, war es Zeit mehr in die Niederlande abzutauchen. Die Niederlande – ein Land voller Wiesen, Fiets Touren (Radtouren) und Wasser. Perfekte Kombination für uns. Daniel kann Rad fahren, ich schwimmen und Romy im Gras rumtoben und sich in ihren geliebten Hecken verstecken um Touristen zu beobachten.
Das klingt doch viel zu perfekt und langweilig, daher schlug Daniel eine Challenge vor: Wir springen in jedes Gewässer, das unseren Weg kreuzt. Okay – Challenge accepted. Das mich das allerdings als Wasserratte etwas Überwindung kosten würde, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bedacht.
Der erste Tag in der Niederlande war noch easy.
Ihr merkt wie die niederländische Sprache schon auf uns abfärbt; für uns manchmal eine Mischung aus Englisch und Deutsch. Meine bisherigen Lieblingswörter: Vogels spotten (Vögel beobachten), Dierenspeciaalzaak (Tierhandlung), Gebruiksaanwijzing (ihr könnt euch denken, was das heißt).
Bei gediegenem Sonne- / überwiegend Wölkchen-Mix und frischen 20°C lockte es uns zuerst nicht in die Nordsee. Aber es gab ja diese Challenge – ihr erinnert euch? Wir uns leider auch. Also rein in die Badeklamotten und los. Und wie war’s? Sehr erfrischend, aber gut.



Am nächsten Tag gab es perfektes Badewetter bei 28°C. Das wird ein Kinderspiel, dachten wir und wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, auf was wir uns da eingelassen hatten. Hatte ich erwähnt, dass wir unseren Platz inzwischen gewechselt hatten?
Wir waren inzwischen bei den Paradijsvogels gelandet.





Paradijsvogels sind wir zwar nicht und haben auch keinen dabei, aber eine Katze zählt ja vielleicht auch? Und irgendwie ist man ja schon etwas sonderbar, wenn man mit Katze eine solche Tour bestreitet, oder? Janneke und Kees begrüßten uns jedenfalls auch ohne Paradijsvogel-Outfit persönlich mit einer sehr liebevoll gestalteten Karte. Auf Nachfrage zeigte uns Kees die besten Badeplätze in der Umgebung u.a. auch eine Insider-Badestelle, die Freunde von ihm immer aufsuchen. „Das klingt doch toll.“ , dachte ich mir und so zogen wir mit unseren Fahrrädern los. Dort angekommen lud der Einstieg nicht gerade ein: ein etwas verunreinigter Steg (ihr könnt euch denken mit was) und keine Leiter. Noch dazu eine eher undurchsichtige Brühe. Oberflächlich betrachtet sah das Wasser relativ klar aus, aber als dann die Füße im Ungewissen verschwanden, wurde uns schon etwas mulmig. Da war er, der Moment, der uns herausforderte. Egal, die Challenge stand. Und keiner wollte kneifen.
Also Füße rein da und schwimmen.
Und tatsächlich wir schafften es beide und wurden direkt von einigen Algen umarmt äh umklammert. Hätten wir uns ja denken können, dass bei der ganzen Landwirtschaft die Kanäle natürlich gedüngt werden und somit die Wasserpflanzen bestens gedeihen können. Mehr als ein paar Schwimmzüge konnten wir jedenfalls nicht machen. Es sei denn man mag es festgehalten zu werden. Und wie schwierig es ist ohne Leiter und Boden unter den Füßen wieder aus dem Wasser zu kommen, könnt ihr euch ja denken. Da schrubbte die Haut schön durch die riechenden Hinterlassenschaften der Vögel. So ist das halt, wenn man sich eine Naturbadestelle aussucht. Ich als Wasserratte war etwas enttäuscht – da musste es doch noch etwas besseres geben.
Kees 2. Tipp war ein Natuurbad – das roch ja förmlich nach Schwimmen. Aber halt – so verschmutzt in unsere Kleider? Das ging gar nicht, also fuhren wir kurzerhand in Badeklamotten auf unseren Rädern weiter. Die Blicke der Einheimischen könnt ihr euch ja sicherlich gut vorstellen. Diese Touristen …
Aber positiv betrachtet: Unsere Badesachen waren noch nie so schnell wieder trocken geföhnt.
Nach 6 km stolperten wir in Kees Natuurbad.
Schnell noch ein Foto für euch vom idyllischen Eingang gemacht, Räder abgestellt und rein ins kühle Nass. Das Bad hatte sicherlich seine besten Zeiten hinter sich, aber wenn der Eintritt umsonst ist, sieht man das Interieur in einem charmanteren Licht. Oder etwa nicht?
Viele Kinder tummelten sich zum Start der Sommerferien auf und im Wasser. Das sieht doch wunderbar aus. Handtuch werfen (ist ja eine deutsche Disziplin) und ab ins Wasser. Und ich sage euch: Es war super. Das Natuurbad liegt perfekt an einer Kreuzung zweier Kanäle und eignet sich super zum Schwimmen und Boot fahren. Endlich, da war es – das niederländische Schwimm-im-Kanal-Feeling.
Nach der Erfrischung folgte die Erleuchtung.
Wieder draußen am Eingang schauten wir uns das idyllische Schild nochmal genauer an. Vorher reichte die Zeit ja nur für ein kurzes Foto. Ihr erinnert euch? Tja, was soll man sagen? Wir hätten es wohl eher nicht lesen sollen. Denn nachdem (sogar auf Deutsch) darauf stand: „Unzureichende Wasserqualität – hohe Gefahr von Magen – / Darmerkrankungen – vom Baden wird abgeraten“ kreisten die Gedanken bei der Heimfahrt fast nur noch um Kees idyllisches Natuurbad. Egal, wird schon. „Frikandel“ (für uns die niederländische Currywurst ohne Curry) „Frietjes“ und „Kibbeling met saus“ (schmeckt wie eine Kombination aus Chicken Nuggets und Fischstäbchen) sind jedenfalls noch in unseren Bäuchen.


Die einzige, die die letzten Tage etwas kränkelt, ist leider Romy.
Sie hat unseren Van über Nacht in eine große Wickelunterlage auf Rädern verwandelt. Und das ausgerechnet an einem Samstag. Nach 3 Telefonaten erbarmte sich ein Tierarzt uns spontan aufzunehmen. Dank je wel! Nochmal Glück gehabt. So ging’s mit dem Fahrrad bei 29°C zur 14 km entfernten Arztpraxis. Es erwartete uns dort ein sehr gesprächiger Tierarzt, der sich erstmal 15 Minuten Zeit nahm mit uns über Romy zu sprechen und uns am Ende die Masterfrage stellte: „Is she ill?“. Und wir kleinlaut „Ähm … ja, wahrscheinlich schon, sonst wären wir nicht da.“ wisperten. Jedenfalls erklärte er uns, dass sie höchstwahrscheinlich eine Infektion hat und sie Bauchschmerzen hat. Dass der Arzt dann ihr Lieblings-Leckerli – Joghurt – verschrieb tröstete sie leider nicht über die Spritzen hinweg. Na ja, so ist das halt als Katze. Jetzt ist sie jedenfalls schon wieder auf Achse und spielt mit den Niederländern Fußball auf unserer Wiese. Demnächst geht’s wieder zum Tierarzt. Mal schauen, ob sie dann etwas gnädiger gestimmt ist.

Alle Achtung, der Kanal war doch bestimmt auch kalt. Das Selbsbedienungsrestaurant in der Gartenhalle hat was. Der Speiseplan war ok. Schade, daß es die kleine Romy “ erwischt “ hat und gut, daß es ihr wieder besser geht. Sie erhellt unser Treppenhaus.
Das freut uns sehr zu hören. Dann hat Romy ja auch wieder einen schönen Grund wieder nach Hause zu kommen.
Cooler Beitrag 👌🏻😂
Cooler Beitrag 👌🏻😂
Danke 🙂
Klasse Berichte und perfekte Einstimmung aufs bevorstehende Wochenende mit dem Kopf voller bunter Bilder Eures NL-Abenteuers 😎!
Romy ist hoffentlich wieder putzmunter und Ihr weiterhin fit 🍀
Wir sind weiterhin gesund. Romy ist auf dem Weg der Besserung.
Jetzt lass ich auch mal ein liebes Grüßle da. Schön, von eurer Tour zu lesen. Bin gespannt, wo ihr als nächstes Stopp macht.
Es kommt uns vor, als würden wir auf euren Gepäckträgern mitreisen!! Hoffen, Romy geht es schnell wieder besser.
Romy geht es zum Glück wieder besser. Momentan steht sie noch unter Diät, da es einen kleinen Rückfall gab. Wir sind aber positiv gestimmt.
Ganz liebe Grüße zurück. Demnächst erfahrt ihr, wo die Reise hingeht. 😉
Wenn das kein Zufall ist? Ihr badet in schlechter Wasserqualität und Romy hat einen Infekt … hi, hi🤣🤣
Hauptsache, es geht euch jetzt wieder gut.
Danke für den „lebendigen“ Bericht und weiterhin alles Gute
Immer wieder schön eure Berichte zu lesen. Da erlebt ihr ja richtig schöne Landschaften und Leute. Das bleibt sicher für immer bei euch in Erinnerung. “ Einmalig“ Da wünscht man sich dass man nochmal 30 Jahre jünger wäre.😅 Euch weiterhin eine schöne Zeit, für uns geht es nächste Woche wieder nach Fehmarn. Da freuen wir uns auch schon. Kleines Abenteuer für uns, es geht dieses Mal auf einen Campingplatz. Grüße von Andi und Corinna
Vielen lieben Dank! Für kleine und große Abenteuer ist man doch nie zu alt. 😉
Viel Spaß auf Fehmarn und liebe Grüße an Alle! Wir sind gespannt, wie euch das Campen gefällt. 😉
Das haben wir uns auch gedacht. 🤣 Wir sind glücklicherweise verschont geblieben.
Romy geht es wieder besser.