Vor einigen Jahren sah ich unser nächstes Zwischenziel in einer Reisereportage im Fernsehen. Kaum hatte ich es gesehen, wollte ich am liebsten sofort dorthin. Nun habe ich es endlich geschafft: Mont Saint-Michel ist ein weiteres Highlight unserer Tour geworden. Das beste Highlight des Highlights haben wir allerdings – wie so oft – zufällig entdeckt.
Aber zuerst einmal nehmen wir euch mit auf den Weg in die kleine Gemeinde, die wie eine Festung auf einer felsigen Insel das Meer überwacht. Hier leben nur etwa 30 Einwohner (laut Wikipedia), die alle entweder einen Souvenirshop oder ein Restaurant betreiben (laut meiner Meinung). Auf die ca. 4 km² quetschen sich jährlich ca. 2,3 Mio. Touristen. Natürlich nicht gleichzeitig, aber verteilt auf das Jahr macht es das auch nicht besser. Jetzt habt ihr eine Ahnung mit wie vielen Menschen wir uns hier durch die Gassen quälten.
Daniel hatte am Tag vorher extra noch recherchiert, dass wir NICHT mittags dorthin gehen sollten, da dort der Andrang am größten sei.
Nach einer Nacht war dieses Vorhaben schon wieder vergessen und wir erreichten nach einem 3 km Fußmarsch um Punkt 12:00 Uhr Mont Saint-Michel im größten Getümmel. Wir wurden im Schneckentempo auf den Berg geschoben und beäugten oben angekommen ungläubig die kilometerlange Schlange zur Abtei – der einzigen Sehenswürdigkeit der Insel. Wir hatten keine Lust mehr.
Meine Laune war inzwischen auf der Strecke geblieben. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Daniel machte verzweifelte Versuche mich wieder aufzumuntern bis er einen Geistesblitz bekam. Wir könnten doch morgen ganz früh nochmals zu Beginn der Öffnungszeiten die Abtei besichtigen. Diese Idee wurde von mir ausnahmsweise nicht abgelehnt. Also checkten wir online die Öffnungszeiten.
Während ich so über die Seite scrollte, bemerkte ich ein Werbeplakat mit den Stichworten „Illumination“, „Musik“ und „So haben Sie die Abtei noch nie gesehen“. Meine Neugier war geweckt. Ich überprüfte die Termine und fand heraus, dass man die Abtei im Sommer auch abends / nachts besichtigen konnte. Ich war begeistert. Das bedeutete zwar, dass wir heute Abend wieder den Fußmarsch auf uns nehmen mussten, aber das war mir egal. Daniel verdrehte zwar jetzt schon die Augen, aber mir zuliebe läuft er auch mal 12 km.
Also machten wir uns zurück auf den Weg zu unserem Campingplatz.
Dieser lag ohne Autoverkehr in einem verkehrsberuhigten Bereich. Ein Paradies für Romy und so stromerte sie völlig ungestört über den gesamten Bereich des Campingplatzes und darüber hinaus auf den schön angelegten Fußweg zu Mont Saint-Michel.
Gegen Mitternacht – auf unserer Rückkehr von Mont Saint-Michel – mussten wir sie sogar laut miauend aus den Hecken des Touristenwegs zerren. Sonst wäre sie in dieser Nacht gar nicht mehr nach Hause gekommen und wäre wahrscheinlich stattdessen auch noch die 3 km zu Mont Saint-Michel gelaufen. Später fanden wir jedenfalls heraus, dass nicht nur wir an diesem Tag viel Strecke gemacht hatten, sondern auch Romy. Sie war stolze 7,77 km unterwegs gewesen. Ein neuer Rekord!

Aber nun zurück zu unserem Abendprogramm. Gestärkt vom Abendessen (Monsieur au Marteau alias „der Mann mit dem Hammer“ hatte dieses Mal keine Chance) machten wir uns wieder zu Fuß auf den Weg zur Insel. Okay – wir hätten auch mit dem Bus fahren können. Aber wer fährt denn schon im stickigen voll geschwitzten Bus, wenn er noch einen Fuß vor den anderen setzen kann?
Bei Sonnenuntergang erreichten wir die fast leer gefegten Gassen und konnten mit ein paar wenigen Menschen (im Vergleich zu mittags waren es wirklich nur wenige) die tolle Atmosphäre der Abtei genießen. Die Kombination aus Licht, Schatten und Musik war einmalig! Das absolut beste Highlight des Highlights sozusagen. Es war unbeschreiblich schön, in ein so altes zum Leben wieder erwecktes Gebäude einzutauchen. Wir waren beide ganz verzaubert.
Auch der Rückweg war atemberaubend. Zahlreiche Sterne erleuchteten die dunkle Nacht. So viele haben wir selten in Europa gesehen. Mittlerweile waren wir ganz alleine zu Fuß unterwegs. Welcher Paradijsvogel läuft auch in der stockdunklen Nacht nach Hause, wenn man Bus fahren kann?
Ob dieses Highlight nochmal getoppt werden kann? Wir werden sehen. Bleibt gespannt!
Ein Highlight jagt das nächste Highlight!! Was für eine Reise, jabbadabbadouuuu 🙂
Juhuuuuuu!
Das war wirklich ein Höhepunkt… ich bin ja schon von dem kurzen Einblick verzaubert. Das ist genau meins… Wunderschön, wunderbar, ein Eindruck voller Wunder. Das begleitet euch weiter durch euer Leben. Da bin ich mir sicher. Die absolut richtige Entscheidung. Ich glaube, zu solchen Erlebnissen kommen wir nur, wenn wir bereit sind uns anzustrengen.
Das stimmt, daran werden wir immer zurück denken. Mal sehen, was noch so auf uns wartet. 🙂
Das waren wirklich beeindruckende Bilder bei Nacht. Glück muss man haben und Plakate richtig lesen 😉 die 12 Kilometer hätten bestimmt viele Kudos bei Strava gegeben;-)
Die Kudos hätte ich gerne eingesteckt. Strava hatte aber leider versagt und eigentlich soll ich auch nicht so viel spoilern… 😀