Puh – was für eine Anfahrt. Wir hatten sie total unterschätzt. Das waren mit Abstand unsere anstrengendsten 600 km! Völlig erschöpft erreichten wir am frühen Abend unser Etappenziel. Endlich!
Nachdem wir Berg Dundret in den frühen Morgenstunden den Rücken gekehrt hatten, wurde aus der einspurigen Straße je nördlicher wir fuhren immer mehr ein kurviger Bergpfad. Mittlerweile war nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 60 – 80 km/h erlaubt. In der Realität tuckerten wir eher mit 50 km/h unserem Etappenziel entgegen. Wobei das Tuckern bald höchst konzentriertem Fahren wich. Das Überholen von „schlafender Motorhaube“ und „stinkender Auspuff“ wurde entweder zur Mut- oder Geduldsprobe. Pausen gab es nur noch in ganz wichtigen Ausnahmefällen und mit Genehmigung. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt möglichst früh an unserem Stellplatz einzutreffen, denn auf diesem Fleckchen Erde war ganz Europa unterwegs. Und wie ihr alle wisst: die frühe Katze fängt die Maus oder so ähnlich …
Wir feierten jeden Moment, in dem ein Konkurrent vor uns abbog oder eine Pause einlegen musste.
Stellplatz-Reservierungen waren leider nicht möglich. Und mit Romy an einer Hauptstraße zu übernachten war keine Option. Das lautstarke Miauen, wenn sie nicht raus darf, wollt ihr bestimmt auch nicht hören. Also krallten wir die Hände um’s Lenkrad und drückten auf’s Gaspedal (soweit überhaupt möglich).
Das Ziel rückte näher, aber die Achterbahnfahrt (ohne Looping) wollte einfach nicht aufhören und zog sich wie Kaugummi durch die Landschaft. Normalerweise zahlt man dafür in Freizeitparks ja Eintritt, aber wir konnten uns über dieses kostenlose Extra nicht freuen. In unzähligen Kurven, durch dunkle Tunnel, auf engen Straßen über zahlreiche Brücken erreichten wir schließlich völlig erschöpft unser Etappenziel. Und da war er, der nördlichste Punkt unserer Reise: Glasklares Wasser (warme 13 °C), weißer Sandstrand, Sonnenschein und eine faszinierende Berglandschaft. Wir waren im Hawaii des Nordens gelandet. Ein lang gehegtes Traumziel von uns ging in Erfüllung. Nein, nicht das Nordkap, sondern die Lopfoten äh Lofoten!
Die stressige 10-stündige Anfahrt hatte sich definitiv gelohnt!
Mittlerweile war es Abend geworden (wobei es immer noch so hell wie mittags war).
Der Campingplatz sah aus wie das Basislager des Nanga Parbats. Zelte und Fahrzeuge verteilten sich in der Dünenlandschaft und über allem thronte ein riesiger Berg.

Vor uns standen dutzende Fahrzeuge in der langen Schlange zur Rezeption an. Ob wir da überhaupt noch einen Stellplatz bekommen? Zurück fahren wollten wir auf keinen Fall. Wer will das schon? Diese Odyssee will man am Tag nur einmal erleben.
Glücklicherweise sicherten wir uns einen schönen Stellplatz auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf’s Meer. Die nächsten Tage waren erstmal geprägt von Schwimmen (sofern möglich mit riesigen Quallen in 13 °C warmem Wasser). Daniels Recherche nach handelte es sich hierbei u.a. um Feuerquallen. Allerdings – wer hätte das gedacht? – ging die größte Gefahr vom unterschätzten kalten Wasser aus und nicht etwa von den Quallen. Also geht am Besten nicht alleine auf den Lofoten schwimmen.
Wenn wir keine Lust auf Nervenkitzel hatten, paddelten wir mit Sicherheitsabstand über das Wasser inklusive Quallen hinweg oder chillaxten am Strand.
Unser Zeitgefühl geriet völlig aus dem Ruder, da die Sonne nicht richtig unterging. Selbst nachts konnten wir noch problemlos draußen lesen – bis der Wetterumschwung über uns herein brach …
Hey Daniel, hey Larissa,
echt toller BLOG… Macht Spass Eure Tour zu verfolgen 🙂
Wünsche Euch noch ganz viele spannende Erlebnisse auf Eurer Tour…
Liebe Grüße
Benny
Super schöne Landschaft 😍. Ganz viel Spaß am Ende der Welt 😊😃.
Hey ho, vielen lieben Dank! 😘
Herzlichen Dank, Benny, für deinen Kommentar. Es freut uns, dass du hier fleißig mitliest.
Viele liebe Grüße ins Saarland!
Momentan mein tägliches Ritual: Alle paar Stunden checken, ob es einen neuen spannenden Reisebericht gibt.
Macht richtig Freude euch auf diese Weise zu begleiten.
Beste Grüße und ein Miau
Das ist sehr schön zu hören. Ohne euch Leser würde es nur halb so viel Spaß machen. 😉
Liebe Grüße und bis bald!
Die Lofoten – yeahhhh, ihr habt es noch vor dem Regen mit eurem Großraum-Ferrari geschafft!! Was ein schönes Plätzchen Erde (trotz Quallen-Quälgeister)!!
Aber warum bedeutet der Name „Lofoten“ eigentlich so viel wie „Luchspfote“? Setzt euch ein Denkmal, drückt Romy mit den Pfoten in den weißen Sand, füllt die Abdrücke mit Beton auf und schwupps ist die neue Bedeutung „Katzenpfote“ 😉
…schon verrückt, ihr seid über 2000 km von uns entfernt und trotzdem fühlt es sich so an, als wären wir mit euch auf Tour.
Genießt die Reis, ihr 3 Abenteurer!!
Die Lofoten heißen ab jetzt Kattepote.
Witzig, wir dachten ihr fahrt bei uns im Kofferraum mit. Wollte schon fragen, ob ihr nicht mal in einen Zirkuswagen oder doch lieber ins Zelt wechseln wollt? Viele Kussis 😉
Zirkuswagen 4ever!!!! Ihr fehlt uns :*